Perfekt  

1. Einleitung
 
 
Es ist immer schwer für mich diese Kolumnen zu schreiben weil ich am liebsten selbst mit jedem der das liest über entsprechende Thema reden würde. Jeder Leser wird bei jeder Kolumne erneut ins kalte Wasser geworfen und wird von Null auf Hundert mit einem Thema konfrontiert das eigentlich einer langen Einleitung bedürfte um in die Logik die dahinter steht überhaupt einzusteigen. Natürlich gehe ich nicht davon aus das jeder meine Meinung teilt und das wird durch diese schriftliche Übermittlung nur noch erschwert. Wie dem auch sei beginne ich nun mit meiner Kolumne über das Thema Perfektion.
 
 
2. Definiton der Perfektion
 
 
Wenn ich euch nun frage: „Was ist Perfektion?“ Wie würdet ihr antworten? Um es zu erleichtern stelle ich euch nun eine andere Frage. Was würdet ihr wohl als perfekt bezeichnen? Eine schöne Frau, ein Sonnenuntergang, eine eins in einer Klausur, wenn man jemanden in einem Game perfekt besiegt..... . Das sind alles völlig unterschiedliche Dinge. Um nun den Begriff der Perfektion definierten zu können muss man bei all diesen Beispielen ,und was ihr für euch noch als perfekt bezeichnet, die Gemeinsamkeit finden. Also was hat jetzt ein Sonnenuntergang gemeinsam mit einer Eins in einer Prüfung? Es entspricht unserer Vorstellung des Betreffenden. Nun kommt eine Schlüsselstelle und ich möchte das so klar verständlich wie möglich ausdrücken. Perfektion obliegt nicht dem Gegenstand oder der Gegebenheit sondern wir projezieren unsere Vorstellungen davon auf das Betreffende und vergleichen den Soll- mit dem Istzustand. Ein Beispiel: Würdet ihr eine Flasche als perfekt bezeichnen? An sich eine sehr ungewöhnliche Frage da sich bei einer Flasche gar nicht der Bedarf auftut, dass sie perfekt ist. Aber die Flasche ist insoweit perfekt das sie Flasche ist. Also ist eine Flasche perfekt in Flasche sein weil wir sie so als Flasche definiert haben und sie ihre Aufgabe erfüllt eine Flasche zu sein. Perfekt ist also wie nahe das Betreffende an unser Idealbild der Definition des Betreffenden kommt. Bei diesem Beispiel haben wir unsere Erwartungen extrem weit runtergeschraubt da wir der Flasche nur eine Erwartung entgegen bringen und zwar das es eine Flasche ist. Ebenso ist es bei allen anderen perfekten Dingen oder Begebenheiten, wir vergleichen es mit unseren Vorstellungen davon und urteilen dann ob es perfekt ist, wenn nun die Vorstellungen ganz simpel sind dann kann man in der Tat Perfektion erreichen. Bei einem Einser in der Prüfung hat die Begebenheit voll und ganz unsere Erwartungen erfüllt und ist somit perfekt.
 
 
3. Perfektion ist Schönheit
 
 
Alles was perfekt ist hat noch eine Gemeinsamkeit. Sie sind immer angenehm und schön für uns. Ich setzte diese beiden Aussagen über etwas gleich da etwas Schönes immer angenehm ist und umgekehrt. Das ist ein wichtiger Schritt, Perfektion mit Schönheit gleichzusetzen. Denn somit kann man auch gleichzeitig Schönheit definierten. Eine Frau oder Mann ist schön wenn er unserer Vorstellung oder unserer Erwartung eines schönen Menschen entspricht.
 
 
4. Schönheit als Auferlegung von Vorstellungen
 
 
Nachdem nicht jeder Mensch das gleiche schön findet ist dies also rein subjektiv. Da bei komplizierteren Begebenheiten oft die persönlichen Erlebnisse eine Rolle spielen. Somit hat man zu jedem Gegenstand oder Begebenheit immer seine persönliche Meinung. Man bezieht das Entsprechende sofort unterbewusst seiner eigenen Prüfung, ob es seiner Vorstellung nahe kommt. Dadurch beurteilen wir alles mit dem wir konfrontiert werden und geben ihm einen persönlichen Stempel. Nun nehmen wir mal etwas simpleres das jeder als schön oder perfekt bezeichnet. Eine Kugel ist schön weil sie perfekt seiner Vorstellung entspricht. Jetzt schrauben wir unsere Erwartungen an einen Gegenstand oder Begebenheit noch weiter runter, bis auf Null. Wenn man etwas keine Erwartungen entgegenbringt und keine Vorstellungen hat wie es eigentlich sein sollte empfindet man dies von vorn herein als schön oder perfekt weil es keinen Vergleichen unterzogen wird die es gegenüber etwas anderem herabstuft.

Es ist einfach so schön wie es ist, weil es so ist, wie es ist.

Ich möchte euch nun somit meine Vorstellung der Welt erläutern anhand dieser Erkenntnisse. Wenn man durch den Alltag schreitet und so denkt, wie gerade beschrieben, dann ist die ganze Erde, die ganze Umgebung, jeder Mensch, jedes Tier, jede Bewegung, jede Aktion alles was ist und geschieht perfekt so wie es ist. Man steht nur vor diesem Wahnsinn der Schöpfung und wundert sich nur warum man diese Schönheit von Allem nicht sofort gesehen hat. Wenn selbst eine Mülltonne als wunderschön scheint, dann hat man Begriffen was die Welt ist.

Die Welt ist wunderschön.
 

 
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27. 02. 2006